Das Isergebirgs-Museum Neugablonz

Isergebirgs-Museum Neugablonz

Das Isergebirgs-Museum Neugablonz zeigt rund 400 Jahre deutsch geprägte Kultur und Industrie in den drei Bezirken Gablonz, Reichenberg und Friedland. Es befasst sich mit den historischen Entwicklungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Vertreibung der Sudetendeutschen gipfelten.

Und es präsentiert mit Neugablonz und seinem Modeschmuck ein besonders prägnantes Beispiel des Neubeginns.

Ferdinand Porsche und der VW Käfer

Begegnen Sie bekannten Persönlichkeiten: Der Glasdesigner Claus Josef Riedel erklärt, warum ein Chianti aus einem Burgunderglas nicht schmeckt. Ein VW Käfer von 1954 weckt nostalgische Erinnerungen - sein Schöpfer Ferdinand Porsche stammt ebenfalls aus dem Isergebirge.

Otfried Preußler und sein Hotzenplotz

Der Schriftsteller Otfried Preußler erzählt, wie der Räuber Hotzenplotz zu seinem Namen kam. Er berichtet auch über Krieg und Gefangenschaft, Vertreibung und Neubeginn. Die museale Inszenierung eines Vertriebenenwaggons und die Wohnstube einer Vertriebenenfamilie vermittelt die Dramatik dieser Zeit.

Neubeginn aus Anfängen

Der erfolgreiche Neubeginn aus primitivsten Anfängen lässt sich an Schmuckstücken ablesen - von der Brosche aus Kartoffelteig bis zur extravaganten Gürtelschnalle für Marlene Dietrich.

Isergebirgs-Museum Neugablonz

Isergebirgs-Museum Neugablonz

Sonderausstellung: "Schicksale. Die Deutschen im Isergebirge nach 1945"

  • Sonderausstellung im Obergeschoss des Isergebirgs-Museum
  • Vom 10. März bis 28. Mai 2017 

Was geschah nach der Vertreibung der Deutschen aus dem nordböhmischen Isergebirge? Wie erging es den Menschen, die 1945/46 gehen mussten und denen, die bleiben konnten?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung "Schicksale. Die Deutschen im Isergebirge nach 1945". Sie ist Teil eines auf vier Jahre angelegten Gemeinschaftsprojektes des "Kulturverbandes der Deutschen und Freunden der deutschen Kultur" unter Leitung von Irene Novák und des "Hauses der deutsch-tschechischen Verständigung" in Reinowitz, das von Petra Laurin geführt wird. Projektpartner auf deutscher Seite ist das Isergebirgs-Museum Neugablonz. Fachliche Unterstützung leistete Dr. Raimund Paleczek vom Sudetendeutschen Institut.

Exemplarische Biografien der deutschen Bevölkerung

Petra Laurin und Irene Novák entwickelten und gestalteten die Ausstellung gemeinsam mit der heimatverbliebenen Gablonzerin Christa Petrásková. Sie sichteten Tausende von Karteikarten im Bezirksarchiv Gablonz und stellten daraus exemplarische Biografien von Deutschen zusammen. Die individuellen Schicksalsberichte werden ergänzt durch historische Hintergrundinformationen zur Vorgeschichte der Deutschen in Böhmen, die Ereignisse kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sowie das Leben danach, sei es als Heimatvertriebener oder als heimatverbliebener Deutscher in der Tschechoslowakei.

Besonders ausführlich werden die regionalen Sammel-, Vertreibungs-, Arbeits- und Internierungslager von Albrechtsdorf bis Reichenberg beschrieben.

Erstmals vollständig zu sehen

Der erste Teil des Ausstellungsprojektes über die Zeit von 1945 bis 1948 wurde erstmals im Oktober 2015 im Haus der Deutsch-Tschechischen Verständigung präsentiert. Teil zwei, der sich mit den Jahren 1948 bis 1968 befasst, folgte im Januar 2017. Im Isergebirgs-Museum werden nun erstmals beide Ausstellungsteile zusammengeführt.

Die weiteren Etappen des Projektes werden zeitlich und thematisch daran anknüpfen. Teil drei wird die Schicksale der verbliebenen Deutschen während des sogenannten "realen Sozialismus" vorstellen. Die Kuratorinnen wollen sich hier vor allem auf Entstehen des ersten Vereines der Deutschen, des Kulturverbandes, im Jahre 1969 konzentrieren und konkrete Lebensgeschichten der verbliebenen und vertriebenen Deutschen aus einer Region vergleichen. Die letzte Etappe wird sich der Zeit nach 1989 und der Gründung der weiteren Verbände der Deutschen bis in die heutige Zeit widmen. 

Weitere Ausstellungsorte folgen

Die Ausstellungen soll an weiteren Orten in Tschechien, Deutschland und Österreich gezeigt werden, wo Sudetendeutsche aus dem Isergebirge heute leben. In Planung sind außerdem ein Katalog und mehrere Vorträge. Das Projekt wurde durch den Deutsch-tschechischen Zukunfsfonds und das Bundesministerium des Innern gefördert.

Isergebirgs-Museum Neugablonz
Bürgerplatz 1
87600 Kaufbeuren

Tel.:
08341 965018 08341 965018
Fax: 08341 65292

Täglich außer Montag von 14:00 bis 17:00 Uhr - Gruppen nach Vereinbarung auch außerhalb der Besuchszeiten

Eintritt 4,00 Euro - ermäßigt 2,50 Euro - Kinder unter 14 Jahren frei - Gruppenführungen nach Anmeldung 35,00 Euro zzgl. Eintritt - offene Führungen 3,00 Euro zzgl. Eintritt