Der Jordanpark: Ein Bürgerpark im besten Sinne

Die Geschichte des Jordanparks

Der Jordanpark entstand auf Anregung des damals neu gegründeten Gartenbau- und Verschönerungsvereins der Stadt Kaufbeuren und ist damit ein Bürgerpark im besten Sinne. Im Jahre 1890 wurde der erste Abschnitt fertiggestellt.

Der südliche Teil wurde in einem ersten Bauabschnitt in den Jahren 1881 bis 1890 angelegt. Hier wurde in dem sumpfigen Gelände des Jordanbachs eine kleinteilige, in ihren Raumbildern äußerst qualitätsvolle Bach- und Seenlandschaft geschaffen, die fast unverändert erhalten ist.

In einem zweiten Bauabschnitt fand in den Jahren 1891 bis 1896 eine Erweiterung nach Norden zur Johannes-Haag-Straße hin statt. Im Gegensatz zum südwestlichen Bereich des Parks ist diese Erweiterung durch großzügige, in nordsüdlicher Richtung verlaufende Wiesentäler geprägt.

Ein bereits 1896 geplanter, aber erst 1910 von einem Privatier gestifteter Monopteros dient auch durch seine Lage auf einem leichten Hügel als akzentuierender Staffagebau. Damit wurde eines in allen Phasen des Landschaftsgartens typisches Gestaltungselement auch in Kaufbeuren aufgegriffen. Von hier eröffnen sich Blickbezüge vor allem in den südwestlichen, älteren Teil der Anlage, wodurch dem Bau eine entscheidende und zudem äußerst glückliche Rolle bei der Verknüpfung der beiden Bauabschnitte zukommt.

Von Veränderungen des Wegesystems, kleineren baulichen Maßnahmen und dem Gestaltungskonzept des Parks nicht entsprechenden Gehölznachpflanzungen einmal abgesehen, hat sich damit ein qualitätsvoller später Landschaftspark sehr anschaulich erhalten.

Jordanpark Kaufbeuren

Der Jordanpark im Überblick

Landschaftspark nach englischem Vorbild

Doch hat über die Jahre der Jordanpark deutliche Gebrauchsspuren davongetragen. Daher hat das Büro Hofmann & Dietz aus Irsee im Auftrag der Stadt Kaufbeuren ein Parkpflegewerk erarbeitet, das den heutigen Zustand des Parks erfasst und aufzeigt, welche Sanierungen nötig und wünschenswert sind.

Idee ist dabei, den Park wieder so herzustellen, wie er ursprünglich geplant war: als Landschaftspark nach englischem Vorbild. Dazu gehören etwa Blickachsen, die inzwischen zugewachsen sind, die Wiederherstellung des ursprünglichen Wegenetzes und der Fokus auf hervorgehobene Plätze wie den Monopteros.

Sonderheft des Heimatvereins

Der Heimatverein Kaufbeuren hat das 125jährige Jubiläum (1890 bis 2015) zum Anlass genommen, in seiner Reihe Geschichtsblätter ein Sonderheft zum Jordanpark zu verfassen. Der stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins, Dr. Ulrich Klinkert hat die Beiträge zusammengestellt und verfasst.

Der erste Teil des Heftes stellt den Park in einen größeren Zusammenhang, denn er ist Teil von etwas, das heute "öffentliches Grün" heißt. Der zweite Block beschäftigt sich mit der Entstehung des Jordanparks und den Phasen seiner Veränderung bis hin zur Erstellung des Parkpflegewerks.

Das Sonderheft enthält auch ein kleines Lexikon, das Fachbegriffe wie Sichtachse, Baumgruppe, Alpinum, Staffagebauten vorstellt. Den Schluss bilden Überlegungen zur Funktion von Parks heute und der Frage, welche städtebaulichen Chancen und Perspektiven in der Parksanierung stecken.

Das Heft ist beim Heimatverein Kaufbeuren erhältlich. Mehr auf den Internetseiten unter » www.heimatverein-kaufbeuren.de