Der Kaufbeurer Stadtteil Neugablonz und der Modeschmuck

Willkommen in Neugablonz

Auf der Suche nach einer neuen Heimat und Existenz strömten nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr vertriebene Menschen aus dem Kreis Gablonz in Nordböhmen (heute Jablonec nad Nisou, Tschechische Republik), einer hoch-industrialisierten Region, in das als Ansiedlungsgebiet vorgesehene Trümmerfeld einer ehemaligen Munitionsfabrik.


Industrie mit Weltruf

Die in der Gegend um Gablonz beheimatete Glas- und Schmuckwarenindustrie besaß Weltruf. In Holzbaracken und verbliebenen Bunkern bauten die Vertriebenen ihre Industrie wieder auf.

Im Jahr 1952 erhielt die Siedlung als neuer Stadtteil den Namen "Kaufbeuren-Neugablonz". In den Folgejahren entwickelte sich die Gablonzer Industrie mit der Vielzahl ihrer Berufsbilder zum Modeschmuckzentrum der jungen Bundesrepublik.


Vom Modeschmuck zu industriellen Vorprodukten

In neuer Zeit hat sich ein Teil der Unternehmen mit der Herstellung von Präzisionsteilen und ganzen Baugruppen vor allem für die Auto-, Elektronik- und Sanitärindustrie zusätzliche Geschäftsfelder erschlossen.

Mit einer Einwohnerzahl von rund 14.000 Menschen ist der Stadtteil Neugablonz die einzige Siedlung dieser Größenordnung, die von einer geschlossenen Bevölkerungsgruppe aus den Vertreibungsgebieten gegründet worden ist.

Sehenswürdigkeiten in Kaufbeuren-Neugablonz

Kaufbeuren besteht aus fünf Stadtteilen:

  • Kernstadt mit Altstadt
  • Neugablonz
  • sowie Oberbeuren, Hirschzell und Kemnat

Auf dieser Seite finden Sie die Sehenswürdigkeiten in Kaufbeuren-Neugablonz.


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Sehenswürdigkeiten im Stadtteil Neugablonz mit Karte
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Gablonzer Haus mit Isergebirgs-Museum

Kaufbeuren-Neugablonz - Gablonzer Haus

Erbaut 1975/76 als Kultur- und Begegnungszentrum von Neugablonz. Es beherbergt das Isergebirgs-Museum.

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Isergebirgsbrunnen

Der aus Sudetengranit gefertigte Brunnen erinnert an die Flüsse des Isergebirges: Neiße, Iser, Desse und Kamnitz. Seit 1986 ziert er die Anlage am Neuen Markt.

Evangelische Christus-Kirche

Erbaut 1954/55 mit Spendengeldern aus den USA. "Jerusalemleuchter" gefertigt von Gerhard Glüder.

Neugablonzer Ehrenmal

Errichtet 1977 / 78 nach Entwurf von Willi Ernst. Die drei Bögen: Symbole für die Opfer der Kriege, der Vertreibung und jedweder Gewaltherrschaft.

Alt-Katholische Christi-Himmelfahrt-Kirche

Erbaut 1953 mit Spendengeldern aus Nordamerika und der Schweiz. Hauptaltar nach Entwurf von Gerhard Illichmann, Pietà von Otto Kobel.

Rüdigerbrunnen

Von Franz Metzner. Bis 1945 Wahrzeichen der Stadt Gablonz. 1968 durch Neugablonzer Bürger von der Regierung der CSSR zurückgekauft, ist er seit 1970 das Wahrzeichen von Neugablonz.

Katholische Herz-Jesu-Kirche

Erbaut 1955 bis 1957 nach Plänen von Thomas Wechs. Kruzifix über dem Hauptaltar und Antoniusstatue von Andreas Bindl, Marienstatue von Karl Baur, Christusfigur von Hanne Wondrak, Kreuzweg von Paul Ferling, Mosaiken und Kirchentüren nach Entwürfen von Georg Bernhard. Die Turmhöhe beträgt 58 Meter.

Porsche-Denkmal

Der Volkswagenkonstrukteur Prof. Ferdinand Porsche wurde 1875 in Maffersdorf, unweit von Gablonz geboren. Plastik von Hans Retzbach, 1952 gestiftet von den Porsche-Werken Stuttgart.

Vertriebenen-Denkmal

Zur Erinnerung an die Vertreibung 1945. Plastik von Hanne Wondrak, 1963.

Haus der Gablonzer Industrie mit Erlebnisausstellung

Vor 1945 Feuerwehrhaus der damaligen Munitionsfabrik. Heute beheimatet das Gebäude die Erlebnisausstellung der Gablonzer Industrie mit Schmuckverkauf und den Sitz des Bundesverbandes der Gablonzer Industrie.

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Staatliche Berufsfachschule für Glas und Schmuck

Erbaut in den Jahren 1956 / 57. Eine Pfau-Statue auf dem Vorplatz stellt das Sinnbild des Schmückens dar.

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Adalbert-Stifter-Schule

Neugablonzer Grundschule, erbaut in den Jahren 1950 bis 1953 und 1992 / 93. Vor der Schule steht die Büste des Dichters Adalbert-Stifter von Hermann Zettlitzer.

Isergebirgshain

Vom Gablonzer Heimatkreis 1985 angelegt und bepflanzt mit Bäumchen aus den Gemeinden des Isergebirges.

Gustav-Leutelt-Schule

Grund- und Hauptschule, erster Bauabschnitt 1955 / 56. Im Schulhof ein Reliefbild des Isergebirgsdichters Gustav Leutelt von Arnold Hartig.

Die von Hanne Wondrak geschaffene Plastik "Das Geheimnis" stand seit den 60er Jahren auf dem Schulgelände. Sie fiel im November 2013 einem Akt von Vandalismus zum Opfer.

Themenpfad "Weg des Schmucks"

Weg des Schmucks

Der Themenpfad "Weg des Schmucks" erzählt auf zehn Tafeln die Schritte der Schmuckproduktion. Der Themenpfad spannt einen Bogen von der Geschichte über die kunstfertige Produktion hin zur Zukunftsfähigkeit der Gablonzer Industrie.

» Lesen Sie mehr zum "Weg des Schmucks"