Ausstellung: "Karl Kunz - Einzelgänger der Moderne"

Karl Kunz - Illustration zu Dantes Inferno, 34. Gesang, Blatt 61, 1956 - Tusche auf Papier - 51 x 36 cm
Karl Kunz - Die lustigen Weiber, 1961 - Öl auf Hartfaser - 130 x 160 cm
Karl Kunz - Collage mit weiblichen Akten, 1961 - Öl mit Collage auf Hartfaser - 130 x 110 cm
Karl Kunz - Parade der Irrtümer, 1953 - Öl auf Hartfaser - 130 x 156 cm

  • Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren
  • 8. September bis 3. Dezember 2017 

Karl Kunz (1905-1971) kann mit Recht als Ausnahmeerscheinung unter den Künstlern gelten, die nach dem Zweiten Weltkrieg und in den darauffolgenden Jahrzehnten entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der bildenden Kunst in Deutschland hatten. Dennoch ist Kunz zeitlebens ein Einzelgänger geblieben und verfolgte als ausgeprägter künstlerischer Individualist stets einen Sonderweg.

Existentialistischer Sucher

Wie viele andere seiner Künstlerzeitgenossen, die sich den grundlegenden Neuerungen der Avantgarden zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden fühlten, galt auch Karl Kunz während des Dritten Reichs als "entarteter" Künstler und war mit Malverbot belegt. Doch anders als für die meisten seiner Künstlerkollegen waren nach den erschütternden Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und dem Ende der nationalsozialistischen Kunstdoktrin Figuration und Abstraktion für Karl Kunz nicht zu unüberwindbaren und sich ausschließenden Gegensätzen geworden: Als existentialistischer Sucher galt sein Interesse der Erforschung des Unbewussten, der Freilegung des gesamten kreativen Potenzials, dem Kunz als Maler und Zeichner auf ebenso eigenwillige wie spielerisch-experimentelle Weise nachspürte. So entstand in über drei Jahrzehnten intensiver künstlerischer Produktion ein umfangreiches Oeuvre an Gemälden und Zeichnungen, das sich durch besondere Originalität und großen Fantasiereichtum auszeichnet.

Werkschau mit Gemälden und Zeichnungen

Mit der Ausstellung möchte das Kunsthaus Kaufbeuren dazu beitragen, diesem künstlerischen Individualisten, der zu Lebzeiten nicht die verdiente Anerkennung erhielt und nach seinem Tode zu Unrecht weitgehend in Vergessenheit geriet, zu dem ihm gebührenden Platz in der Kunstgeschichte der deutschen Nachkriegskunst zu verhelfen.

Das Kunsthaus präsentiert daher in einer umfangreichen Werkschau Gemälde und Zeichnungen dieses "Einzelgängers der Moderne". Die Auswahl der Gemälde reflektiert alle Schaffensphasen des Künstlers seit den späten 1930er Jahren, wobei der Schwerpunkt der Ausstellung auf Kunz' Werken aus den 1950er und 1960er Jahren liegt. Neben über 30 meist großformatigen Gemälden werden auch Teile aus Kunz' Zeichnungsserie zu Dantes Inferno gezeigt, die zwischen 1951 und 1956 entstand.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, herausgegeben von Wolfgang Kunz, Sohn des Künstlers, mit einer Einführung von Jan T. Wilms, Kurator der Ausstellung.


» Mehr über Karl Kunz in der Wikipedia


Das Kunsthaus Kaufbeuren

Kunsthaus Kaufbeuren - Außenansicht

Das Kunsthaus versteht sich als Forum zur Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur der Vergangenheit und der Gegenwart, als zentralen Ort für das kulturelle Leben der Stadt Kaufbeuren.

Die Form spiegelt die Stadtgeschichte

Im Jahr 1996 wurde das kunsthaus in einem bemerkenswerten Neubau in der Altstadt von Kaufbeuren eröffnet. In seiner äußeren Form, mit dem schmalen Baukörper und dem steilen Dach, erinnert das Haus an die mittelalterlichen Salz- und Kornstadel. In Material und Details modern, passt sich der Bau in der städtebaulichen Konzeption und Architektur der Altstadtstruktur an. Auf zwei Etagen stehen rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Jährlich bis zu vier Ausstellungen

Das Kunsthaus zeigt wechselnde Ausstellungen vor allem zur Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und zu kulturhistorischen Themen: Das Spektrum reicht von Einzelpräsentationen international bekannter Künstler, thematischen und historischen Ausstellungen bis zu junger Kunst. Es werden drei bis vier Ausstellungen pro Jahr in den Bereichen Fotografie, Bildhauerei, Malerei, Grafik und Videokunst gezeigt.

Von Barlach bis Toulouse-Lautrec

Bisher zeigte das Kunsthaus die Werke so herausragender Künstler wie Ernst Barlach, Paul Cézanne, Edgar Degas, Jean Dubuffet, Marcel Duchamp, Olafur Eliasson, Hans-Peter Feldmann, Lucio Fontana, Gilbert & George, Andreas Gursky, Keith Haring, Damien Hirst, Per Kirkeby, Imi Knoebel, Käthe Kollwitz, Yayoi Kusama, Henri Laurens, Sol LeWitt, Roy Lichtenstein, Henri Matisse, Giorgio Morandi, Yasumasa Morimura, Claes Oldenburg, Auguste Renoir, Pipilotti Rist, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Henri de Toulouse-Lautrec, Rosemarie Trockel, Andy Warhol u.v.a., stellte aber auch zahlreiche junge, noch weitgehend unbekannte künstlerische Positionen vor.

Begleitprogramm zu den Ausstellungen

Zu den Ausstellungen werden Führungen, Workshops mit Künstlern, Vorträge und andere begleitende Veranstaltungen angeboten. Dabei hat die Zusammenarbeit mit lokalen und überregionalen Institutionen einen hohen Stellenwert. Ein eigenes Programm führt Kinder an die Ausstellungen heran, dabei haben sie die Möglichkeit, selbst kreativ tätig zu werden.

Das kunsthaus kaufbeuren sieht sich sowohl als Bestandteil des Kaufbeurer Kulturlebens als auch als Ort, der eine Auseinandersetzung mit internationalen Tendenzen der Kunst und Kultur sucht.

Kunsthaus Kaufbeuren - Innenansicht


Kontakt und Öffnungszeiten

Kunsthaus Kaufbeuren
Spitaltor 2
87600 Kaufbeuren

Tel.:
08341 8644 08341 8644
Fax: 08341 8655

Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 11:00 bis 18:00 Uhr - Donnerstag von 10:00 bis 20:00 Uhr - Montag geschlossen (ausgenommen Feiertage - Maria Himmelfahrt am Montag, 15. August 2016 geöffnet)

Parken Sie im "Parkhaus am Kunsthaus", Alte Weberei 4 - 530 Stellplätze - Einfahrtshöhe: 2,05 Meter