Ausstellung: Peter Krauskopf - "DRIFT"


Ausstellung im Kunsthaus Kaufbeuren vom 10. Mai bis zum 19. August 2018


Mit der Ausstellung "DRIFT" zeigt das Kunsthaus Kaufbeuren eine konzentrierte Auswahl von Werken Peter Krauskopfs aus den letzten anderthalb Jahren.

Unter Berücksichtigung der charakteristischen Architektur und der Raumvolumina des Kunsthauses ist eine spannungsvoll ausgewogene Inszenierung das Ziel der in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler entwickelten Konzeption der Ausstellung. Ein Teil der Gemälde entsteht daher erst eigens im Zusammenhang mit der Kaufbeurer Schau. Als ein weiteres Novum wird in der Ausstellung erstmals ein Fries von 25 Papierarbeiten des Künstlers präsentiert, die der Öffentlichkeit bislang nicht zugänglich waren. Diese erlauben Einblicke in den Schaffensprozess Krauskopfs, aber auch in seinen Bildkosmos.

Peter Krauskopfs geheimnisvoll immateriell anmutende, schwarze Bilder vermitteln ein Gefühl von Umbruch, Unruhe oder gar Zerstörung. Ihre Textur, Struktur und elegische Farbigkeit kontrastiert stark die überbordenden Farbschichten der Papierstudien mit ihren zarten Verläufen, harten Kanten und Furchen.

Virtuosität und Vehemenz in der künstlerischen Arbeit, ebenso wie kühle Überlegung und Vorplanung der Bildanlage gehen bei Krauskopf ein spannungsvolles Wechselspiel ein. Das Ergebnis seines künstlerischen Verfahrens bleibt stets unvorhersehbar, da der Zufall als unkalkulierbarer Faktor entscheidenden Einfluss ausübt.

Das Erreichen malerischer Perfektion ist niemals ein Anliegen Krauskopfs. Die ästhetische Wirkung und die visuellen Reize der malerischen Texturen seiner Werke werden vielmehr von den Prozessen physischer Vermischung und Abstoßung von Farbvolumina bestimmt, die in den Bildern zum Stillstand gelangt sind. Doch am Horizont der individuellen Erfahrung, der sich jedem Betrachter in der Begegnung mit den rein abstrakten Farbkompositionen Krauskopfs öffnet, bricht die Erstarrung auf, beginnt der Wandel - ein mentaler "Drift".

Im Allgemeinen bezeichnet "Drift" eine graduelle Abweichung, eine dynamische Veränderung, eine Verwerfung, aber auch ein Treiben oder Strömen. Der Begriff ist auch auf einen Kernaspekt der menschlichen Wahrnehmung anwendbar, die nicht allein selektiert und - bewusst oder unbewusst - bewertet, sondern die sich entlang der eigenen, somit stets subjektiven Vorstellungsgrenzen, in ihren Spielarten, Blickwinkeln und Abweichungen in unterschiedliche Richtungen bewegen bzw. "driften" kann.

Dieser sich permanent verschiebende Horizont der Erfahrung in der Begegnung mit einem Kunstwerk abstrakter Malweise ist ein entscheidender Faktor, dessen sich auch Peter Krauskopf bewusst ist. In seinem künstlerischen Schaffen spielt er mit diesem Potenzial. Seine abstrakten Farbkompositionen sind damit nicht das Resultat einer erstarrten Formel, sondern vielmehr Ausdruck eines individuellen Gestaltungswillens.

Peter Krauskopf, geboren 1966 in Leipzig, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und war anschließend Meisterschüler von Arno Rink. Der Bruch mit der figürlichen Leipziger Maltradition machte ihn nach der Jahrtausendwende bekannt. Krauskopf wurde u.a. mit dem Falkenrot-Preis 2015 ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Berlin.


Das Kunsthaus Kaufbeuren

Kunsthaus Kaufbeuren - Außenansicht

Das Kunsthaus versteht sich als Forum zur Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur der Vergangenheit und der Gegenwart, als zentralen Ort für das kulturelle Leben der Stadt Kaufbeuren.

Die Form spiegelt die Stadtgeschichte

Im Jahr 1996 wurde das kunsthaus in einem bemerkenswerten Neubau in der Altstadt von Kaufbeuren eröffnet. In seiner äußeren Form, mit dem schmalen Baukörper und dem steilen Dach, erinnert das Haus an die mittelalterlichen Salz- und Kornstadel. In Material und Details modern, passt sich der Bau in der städtebaulichen Konzeption und Architektur der Altstadtstruktur an. Auf zwei Etagen stehen rund 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung.

Jährlich bis zu vier Ausstellungen

Das Kunsthaus zeigt wechselnde Ausstellungen vor allem zur Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts und zu kulturhistorischen Themen: Das Spektrum reicht von Einzelpräsentationen international bekannter Künstler, thematischen und historischen Ausstellungen bis zu junger Kunst. Es werden drei bis vier Ausstellungen pro Jahr in den Bereichen Fotografie, Bildhauerei, Malerei, Grafik und Videokunst gezeigt.

Von Barlach bis Toulouse-Lautrec

Bisher zeigte das Kunsthaus die Werke so herausragender Künstler wie Ernst Barlach, Paul Cézanne, Edgar Degas, Jean Dubuffet, Marcel Duchamp, Olafur Eliasson, Hans-Peter Feldmann, Lucio Fontana, Gilbert & George, Andreas Gursky, Keith Haring, Damien Hirst, Per Kirkeby, Imi Knoebel, Käthe Kollwitz, Yayoi Kusama, Henri Laurens, Sol LeWitt, Roy Lichtenstein, Henri Matisse, Giorgio Morandi, Yasumasa Morimura, Claes Oldenburg, Auguste Renoir, Pipilotti Rist, Dieter Roth, Daniel Spoerri, Henri de Toulouse-Lautrec, Rosemarie Trockel, Andy Warhol u.v.a., stellte aber auch zahlreiche junge, noch weitgehend unbekannte künstlerische Positionen vor.

Begleitprogramm zu den Ausstellungen

Zu den Ausstellungen werden Führungen, Workshops mit Künstlern, Vorträge und andere begleitende Veranstaltungen angeboten. Dabei hat die Zusammenarbeit mit lokalen und überregionalen Institutionen einen hohen Stellenwert. Ein eigenes Programm führt Kinder an die Ausstellungen heran, dabei haben sie die Möglichkeit, selbst kreativ tätig zu werden.

Das kunsthaus kaufbeuren sieht sich sowohl als Bestandteil des Kaufbeurer Kulturlebens als auch als Ort, der eine Auseinandersetzung mit internationalen Tendenzen der Kunst und Kultur sucht.

Kunsthaus Kaufbeuren - Innenansicht


Kontakt und Öffnungszeiten

Kunsthaus Kaufbeuren
Spitaltor 2
87600 Kaufbeuren

Tel.:
08341 8644 08341 8644
Fax: 08341 8655

Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr - Donnerstag von 10 bis 20 Uhr - Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 18 Uhr - Montag geschlossen

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